Mehr Zwitschern gefällig?

NABU „Kleiner Odenwald und Umgebung e.V.“ gibt Tipps zu Wohlfühlgärten für Menschen und Vögel

Erstens: Erfolgreich den Vogeltisch decken

 

Unsere Gartenvögel stehen vor allem auf regionale Kost: Die Früchte heimischer Sträucher schmecken Star, Kleiber und Amsel am besten. Außerdem sind viele anspruchsloser und widerstandsfähiger gegen witterungsbedingte Einflüsse, als exotische Arten. Heimische Wildsträucher bieten außerdem jedem Piepmatz reichlich Sichtschutz. Im schützenden Dickicht des Weißdorn, fühlen sich beispielsweise über 30 Vogelarten wohl.

Rotkehlchen: (Freilandaufnahme: Harald Bott ©)

 

Zweitens: Darf es ein bisschen Wild sein?

Heimische Gehölze wie Kornelkirsche, Schwarzer Holunder und Schlehe, sind pflegeleicht und müssen allerhöchstens im Herbst etwas in Form geschnitten werden. Die Blüten von Wildrose und Schneeball ziehen im Frühling, viele Insekten an, von denen sich unsere Gartenvögel ernähren. Lässt man eine "wilde Ecke" mit Laub, Astschnitt, Gräsern und Gesträuch stehen, nutzen dies neben Bodenbrüter, wie das Rotkehlchen, auch andere Tiere gern.

Star (Freilandaufnahme: Harald Bott ©)

 

Drittens: Wasser zum Wohlfühlen anbieten

Baden, trinken Putzen: Besonders im Sommer freuen sich Vögel über eine Wasserstelle im Garten, auf der Terrasse oder dem Balkon. Fortgeschrittene richten am besten eineGartenteich ein, der aucInsekten als Nahrungsquellfür gel anzieht.

 

 

Jungvögel bitte nicht mitnehmen

Nicht mehr im Nest - aber nicht verlassen

Der NABU Kleiner Odenwald und Umgebung e.V.“ bittet Spaziergängerinnen und Spaziergänger, vermeintlich hilflose Jungvögel nicht mitzunehmen.Für die kleinen Vögel ist es in der Regel am besten,wenn man sie an Ort und Stelle in der freien Natur lässt.

Denn meist hat man es nicht mit verlassenen, verletzten oder geschwächten Tieren zu tun, sondern mit gesunden Vogelkindern, die auch außerhalb des Nests von den Altvögeln versorgt werden.

Nimmt man sie mit, trennt man sie von ihren Eltern. Die Aufzucht von Menschenhand ist nur selten langfristig erfolgreich. Schließlich gilt es den Vogelnachwuchs nicht nur zu füttern, sondern auch zu prägen und zu ‚erziehen‘–und das kann kein Mensch so wie die Vogeleltern. In akuten Gefahrensituationen kann man Jungvögel einige Meter weit umsetzen, etwa von der Straße in den Grünstreifen daneben. Viele Vogelarten verlassen ihr Nest bereits bevor sie fliegen können. Dazu zählen neben typischen Nestflüchtern wie Enten oder Kiebitzen auch einige Singvogelarten, Greifvögel und Eulen wieder Waldkauz. Im Siedlungsbereich findet man häufig bräunlich gefleckte Jungamseln, die etwa eine Woche vor dem Flügge werden der Enge des Nestes entfliehen.

Sie geben sogenannte Standortlaute von sich, damit die Elternvögel wissen, wo ein hungriger Schnabel auf Fütterung wartet. Dieses Piepsen interpretieren wir Menschen oft fälschlicherweise als Hilferuf an uns. Es stimmt schon, dass ein Teil der Jungen außerhalb des Nestes natürlichen Feinden zum Opfer fällt. Diese Verluste sind jedoch evolutionäreingeplant‘: Die Tiere sorgen für viel Nachwuchs,von dem genügend überlebt, um den Bestand zu erhalten.Problematisch wird es dann,wenn zusätzlich zu den natürlichen Verlusten von uns Menschen verursachte Bestandsrückgänge hinzukommen. Umso wichtiger sei es, die Lebensräume zu schützen.Dazu können wir alle beitragen. Zum Beispiel in dem wir Gärten naturnah gestalten, heimische Sträucher pflanzen und beim Einkaufen die regionale ökologische –und auch Vogel freundliche Landwirtschaft unterstützen.

 

Tolle Beobachtung

gestern habe ich auf Schwarzacher Gemarkung diesen Schwarzstorch am Schwarzbach fotografiert. Bei so viel Schwarz 😉habe ich gedacht, damit könnte man vielleicht das Amtsblatt bereichern.

Der Schwarzstorch ist ein sehr scheuer Waldbewohner, der in Deutschland fast ausgestorben war. Seit einigen Jahren wächst sein Bestand wieder und es könnte sein, dass er auch bei uns im kleinen Odenwald heimisch geworden ist. Es gibt auch mal gute Nachrichten! Jedenfalls passt der SCHWARZstorch gut nach SCHWARZach an den SCHWARZbach!

Liebe Grüße und bleiben sie gesund!

Christiane Bernitt

Schwarzstorch (Freilandfoto: Christiane Bernitt)

 

Stunde der Gartenvögel

Die große Vogelzählung, immer am zweiten Mai-Wochenende

Vögel in der Nähe beobachten, an einer bundesweiten Aktion teilnehmen und dabei tolle Preise gewinnen – all das vereint die „Stunde der Gartenvögel“. Jedes Jahr am zweiten Maiwochenende sind alle Naturliebhaber*innen aufgerufen, Vögel zu notieren und zu melden. Die 16. Auflage der Aktion hat 2020 alle Rekorde gebrochen, erstmals nahmen über 150.000 Vogelfreund*innen teil. Die nächste Zählrunde findet vom 13. bis 16. Mai 2021 statt. Bis 24. Mai kann man seine Ergebnisse noch bei uns melden.

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