Spechte und frühe Sänger

Exkursionsbericht, zur Vogelstimmenwanderung am 24. März 2019

Unter dem Motto „Spechte und frühe Sänger“, wurde die Exkursion geführt unter der fachkundigen Leitung von Harald Bott. Die Betitelung, konnte nicht besser ausgewählt werden. Schon zu Beginn, der gut zweistündigen Wanderung, hörten wir bereits einen Hausrotschwanz singen. Gleichzeitig überflogen eine Bachstelze, sowie ein Kernbeißer, unsere Köpfe.

Von Aglasterhausen kommend, ging es über Feldwege, durch das NSG „Hinterer See“. Dabei zog ein Rotmilan, der bereits aus seinem Winterquartier zurück war, am Himmel seine Kreise. Aus dem naheliegenden Wald, erklang mehrfach das Rufen des Grünspechtes. Weitere Arten, wie Goldammer, Zilpzalp oder Kleiber konnte die Gruppe, mit acht Teilnehmern, vernehmen.

Im NSG „Hinterer See“ angekommen, konnten wir dem intensiven Gesang der Vogelwelt lauschen. An den Teichen blühte bereits, wie es sich für einen Frühblüher gehört, die Sumpfdotterblume.

Als nächstes Biotop, kamen wir durch einen Wald mit altem Buchenbestand. Passend dazu, erklangen das rufen von Hohltaube, Mittel- und Schwarzspecht. Aus dem Strauchgehölz, schallte der laute Gesang des Zaunkönigs und die hohen Töne, einer Heckenbraunelle.

Der Weg führte aus dem Wald in offenes Feld hinaus und wir genossen die wärmenden Sonnenstrahlen. Allerdings war aufgrund fehlender Feldgehölze, keine Vogelstimme mehr zu vernehmen, was die Stimmung etwas trübte. Hier wurde auch, auf die falsche Struktur einer fehlenden, abwechslungsreichen Landschaft hingewiesen sowie Felder ohne blühende Ackerrandstreifen. Die Freude und Begeisterung stimmte erst wieder ein, als zwei Feldlerchen, am Himmel Ihren Balzgesang vollführten. 

So ging unsere erste Vogelstimmenexkursion, bei schönstem Frühlingswetter zu Ende, bei der 34 Vogelarten bestimmt werden konnten.   

 

Vortrag „Blühende Gärten - damit es summt und brummt“ am 15.3.2019

Bei der Begrüßung freute sich die 1. Vorsitzende Frau Gertrud Hoffmann über das große Interesse am Thema naturnahe Gärten, zu dem zahlreiche Besucher gekommen waren - der Vereinsraum in der Sport- und Festhalle war voll besetzt. Die Referenten Angelika Bonin-Schmidt und Jürgen Schmidt aus Michelstadt gaben zahlreiche Informationen und Tipps, wie man seinen Garten ohne viel Aufwand naturnah gestalten kann und erläuterten  die Zusammenhänge im Ökosystem. Das Projekt des NABU wird bis April 2020 vom Ministerium für Umwelt, Klima und Energiewirtschaft Baden-Württemberg gefördert. Ein Gartentelefon wurde eingerichtet, Flyer und Samentütchen verteilt und es wurden bereits 100 Gartenberatungen verlost; außerdem werden in Baden-Württemberg 50 Vorträge zum Thema angeboten.

Insekten sind für das Ökosystem wichtig, sie bestäuben Nutz- und Wildpflanzen, helfen bei der Samenverbreitung und Vögel (es gibt 300 Vogelarten in Deutschland!) benötigen Insekten zur Brutpflege. Das System funktioniert nur mit Insekten in großer Zahl. Die Gefährdung der Wildbienen mit über 60% fällt noch dramatischer aus als bei anderen Tierarten - Honigbienen reichen zur Bestäubung unserer Nutzpflanzen nicht aus.

Privatgärten stellen halb so viel Fläche wie alle Naturschutzgebiete zusammen dar! Dies zeigt, wie groß die Möglichkeiten sind, etwas für den Erhalt der Natur zu tun, jeder Einzelne kann seinen Beitrag dazu leisten und mit Freude beobachten, wie schön und bunt alles wird! Wir brauchen keine Designergärten mit Folien unter Steinen und keinen perfekten Rasen, der für Insekten und Vögel als Lebensraum verloren ist. Was wir brauchen, sind Naturgärten mit Wildkräuterwiesen, Wildsträuchern und Obstbäumen; dazu Lauben und Schuppen, die nicht hermetisch abgeriegelt sind und Faltern Winterquartiere bieten. Verzicht auf Insektizide und Herbizide sollten selbstverständlich sein.

Vom Frühjahr bis zum Herbst sollten Blumen blühen - keine gefüllten, da hier die Pollen fehlen. Aus Sicht der Wildbienen und anderer bestäubender Insekten wie Fliegen, Wespen, Käfern usw. sind solche Blüten also eine komplette Mogelpackung ohne jeden Nutzen. Mähinseln verlängern die Blütezeit. Wildblumen wie Schafgarbe, Kamille, Margerite, Natternkopf, Wiesensalbei, Wiesenflockenblume, Königskerze, Leimkraut, Seifenkraut, Wegwarte, Kartäusernelke - um nur einige zu nennen - verbreiten sich auf ungedüngten, abgemagerten Flächen und bieten verschiedenen Tieren reichlich Nahrung. Offene Bodenstellen in der Wildkrautflora sind wichtig für Vögel und Kleintiere.

Im  vogelfreundlichen Garten gibt es eine Wildblumenwiese, einheimische Gehölze mit Früchten, das Laub bleibt liegen oder wird unter Büsche gebracht.

Wasserbereiche bieten Lebens- und Laichmöglichkeiten für Amphibien. Ein Sumpfbeet mit Versickerung ist weniger aufwendig und es gibt viele Pflanzen, die sich dort wohl fühlen. Außerdem lockt es Frösche und feuchtigkeitsliebende Tiere an.

Im naturnahen Nutzgarten mit Mischkultur und Fruchtfolge wird torffrei gegärtnert - Kompost dient als Ersatz für Torf. Regenwürmer lockern den Boden und reichern ihn mit feinstem Dünger an. Mulchen erleichtert die Gartenpflege, hält den Boden feucht und spart somit Wasser.

Die meisten Tiere brauchen große Biotope, daher sind dringend Trittsteine erforderlich, um zum nächsten Biotop zu gelangen - Naturgärten können diese Funktion erfüllen.

 

Und zum Abschluss die Frage: Retten Naturgärten Arten? Antwort: Jeder kann seinen Teil zur Artenvielfalt beitragen!

 

Nistkastenaktionen 2019

Wieder viele Hände, waren dieses Jahr aktiv, um an unterschiedlichsten Tagen, Nisthilfen zu reinigen. So wurden in den Gemarkungen, Aglasterhausen, Breitenbronn, Reichartshausen, Mörtelstein, Neunkirchen, Daudenzell und dem Kirstätter Tal, Nistkästen für Vögel und Fledermäuse gereinigt und neu ausgebracht. Bis auf wenige einzelne Kästen, waren alle Nisthilfen mit altem Nistmaterial belegt, womit auch sehr deutlich wird, wie wichtig es ist, den Vögeln künstliche Nistkästen, als Bruthilfe zur Verfügung zu stellen.  

 

 

Jahreshauptversammlung

Jahreshauptversammlung 2018 im Januar 2019 im Vereinsraum der Sport- und Festhalle in Aglasterhausen

Die 1. Vorsitzende Frau Gertrud Hoffmann begrüßte die Mitglieder und Freunde der NABU-Gruppe ganz herzlich zur Jahreshauptversammlung.

 

Auch im Jahr 2018 sind Insektensterben, Plastikmüll in den Weltmeeren, die extremen Wetterlagen usw. hochbrisante Themen, die nun ins Bewusstsein der Bevölkerung eindringen - jeder Einzelne ist wichtig und kann etwas für die Erhaltung unserer Natur leisten! - Mit diesen einführenden Worten eröffnete Frau Hoffmann die diesjährige Versammlung.

 

Die NABU-Gruppe konnte wieder von zahlreichen Aktivitäten des Jahres 2018 berichten; wie jedes Jahr gab es Info-Abende in den Wintermonaten und naturkundliche Wanderungen im Frühjahr; außerdem viele Aktionstage zugunsten der heimischen Flora und Fauna.

 

Informationsveranstaltungen / Diavorträge:

„Die Natur im Jahreslauf“ - Harald Bott

„Donau-Delta“ in Rumänien - Stefan Frey

„Faszination Wildbienen“ - Eva Lutz

„Osten von Rumänien“ - Stefan Frey

„Ornithologische Rundreise Bulgarien“ - Harald Bott mit  vorweihnachtlichem Beisammensein bei Glühwein und dem leckeren Christstollen von Hans Hoffmann

 

Vogelkundliche / Pflanzenkundliche Wanderungen:

Exkursion Waghäusel - Harald Bott

Exkursion „Hanse-Wiese“ - Harald Bott

Orchideenwanderung - Hans Hoffmann und anschließendem Mittagessen

Exkursion „Der Spieß“ bei Rheindürkheim - Harald Bott und anschließendem Mittagessen

 

Weihnachtsmarkt in Aglasterhausen:

Eine große Hilfe für den Verein ist es jedes Jahr, dass die Hütte von der Gemeinde aufgebaut und zur Verfügung gestellt wird. Hierfür herzlichen Dank. Die NABU-Gruppe nahm an beiden Tagen am Weihnachtsmarkt teil; Anita Kießling und Sabine Bott schmückten die Hütte und räumten sie ein, Harald Bott war für die technischen Anschlüsse zuständig. Den „Dienst“ in der Hütte übernahmen Harald, Sabine, Hiltrud Weindl, Monika Schmidt und Gertrud Hoffmann. Es konnten wieder viele Bastelarbeiten wie Topflappen, gestrickte Socken (von Ingrid Wesselsky), weihnachtliche Holzteile, Meisenknödel, Futterglocken, Linzertorten (von Monika Schmidt) und Gebäck (von Irmgard Zwick)  angeboten werden, sowie die schon traditionellen Mineralien, die Manfred Hartlieb gleich nebenan unterm NABU-Schirm verkaufte. Die Schreinerei Süß fertigte und spendete uns wieder Nistkastenbausätze, die zum Verkauf angeboten wurden. Für das leibliche Wohl gab es wie jedes Jahr die beliebten Heringsbrötchen und Glühwein. Die Metzgerei Stahl aus Unterschwarzach spendete erneut den Rindertalg zur Herstellung von Meisenknödeln und Futterglocken.  

 

Arbeitseinsätze:

Pflegemaßnahmen Streuobstwiese „Öschenberg“ Daudenzell

und Aufstellen eines Insektenhotels mit großer Unterstützung der Zimmerei Heiß aus Flinsbach. Der Blühstreifen wurde vom Maschinenring angelegt.

 

Landschaftspflegetag „Uttenklinge“ Reichartshausen unter Leitung des LEV mit NABU und Gemeinde Reichartshausen

 

Im Frühjahr haben Harald Bott, Peter Schmidt und Helmut Ripp in Aglasterhausen und Umgebung die Nistkästen gereinigt und bei Bedarf neue Kästen aufgehängt. Auf der Gemarkung Reichartshausen übernahm diese Aufgabe wie jedes Jahr Manfred Hartlieb.

 

Auch Kirchen und Stallungen wurden überprüft; insgesamt sind 28 junge Turmfalken ausgeflogen!

 

Peter  Schmidt hat ein Wasseramselprojekt mit 17 Nistplätzen gestartet

 

Teilnahme am Ferienprogramm in Aglasterhausen und Schönbrunn mit Dipl. Biologe Dr. Bernd Ullrich

 

Die NABU-Ortsgruppe verlieh auch wieder die beliebte Plakette zum „Schwalbenfreundlichen Haus und Stall“ - in diesem Jahr an die Familien Reinmuth in Daudenzell (Rauchschwalben) sowie an Familie Feih in Mörtelstein (Mehlschwalben). Frau Hoffmann übergab die Auszeichnung und freut sich auf viele weitere schwalbenfreundliche Häuser und Ställe!

 

Die Ortsgruppe erhielt von H/Liebig ein Grundstück auf Gemarkung Neckarkatzenbach geschenkt, das auf dem Notariat in Buchen überschrieben wurde.           

 

Für das pünktliche Erscheinen von Berichten und Ankündigungen in der Zeitung und im Amtsblatt ist Manfred Hartlieb verantwortlich.

 

Harald Bott betreut unsere Homepage, die dank seiner Unermüdlichkeit immer auf dem neuesten Stand ist (besuchen Sie uns unter "http://www.nabu-kleiner-odenwald-und-umgebung.de“)

 

Die NABU-Ortsgruppe nahm auch an der Landesvollversammlung in Bruchsal teil.

 

Die Volksbank Neckartal unterstützt die NABU-Gruppe im Rahmen ihres Förderprogramms und überreichte einen Scheck.

 

 

Jubiläen 2018

 

10 Jahre:

Sabine Müller, Walter Schneider, Anton und Herlinde Schwandl, Sandy, Marie und Tim Sucker

 

25 Jahre:

Giovanna Bottazzo, Martina Banschbach, Thomas, Mareike und Johannes Rupp, Dieter Schulte, Dirk Klapproth

 

35 Jahre:

Martina Elsasser

 

Die 1.Vorsitzende Frau Hoffmann bedankte sich für die langjährigen Mitgliedschaften und die Treue zur NABU-Gruppe. Sie  freut sich, wenn all diese Mitgliedschaften weiter bestehen zu Gunsten des Natur- und Umweltschutzes. Schade, dass keiner der Jubilare persönlich anwesend war.

 

Frau Hoffmann musste leider berichten, dass von unserer Partnergruppe LIPU Padua Herr Stefano Bottazzo verstorben ist. Er war ein großer Ornithologe und ein wunderbarer Mensch. Es wurde ein Nachruf verfasst, der auf der Homepage LIPU Padua veröffentlicht ist.

 

Amphibienwart Michael Schneider hat wieder mit großem Arbeitsaufwand die Amphibienwanderung organisiert und betreut. Er verteilte die bebilderte Statistik von 2018, die er seit Jahrzehnten für jedes Kalenderjahr erstellt. Demnach ist die Anzahl der Amphibien verglichen mit dem Vorjahr ähnlich geblieben ist. Vier Sammelstellen wurden von 12 Sammlern unter seiner Leitung 6 Wochen lang täglich betreut: Schwanheim-Schönbrunn / Totenbrunnen, Breitenbronn B292, Alte Kälbertshäuser Straße „Finkenhof“, Obrigheim / Kälbertshausen (Kirstettertal)

Die Sammelstelle am Totenbrunnen gibt es nun schon 30 Jahre, Michael Schneider war von Anfang an dabei!

Zum Aufstellen der Zäune und Absammeln der Amphibien werden  immer freiwillige Helfer/innen gesucht! Diese können sich an Michael Schneider (06262-3402) wenden.

 

Kassiererin Monika Schmidt legte ihren Kassenbericht vor und es erfolgte die einstimmige Entlastung der absolut guten Kassenführung.

 

Bei der Versammlung wurden Walter Edler und Fred Schütz für ein weiteres Jahr zu Kassenprüfern gewählt.

 

Das Jahr 2018 war wieder geprägt von vielen Aktionen. Die 1.Vorsitzende sprach allen Aktiven ein herzliches Dankeschön für die wunderbare Zusammenarbeit aus und lobte den guten Zusammenhalt in der Vorstandschaft. Die Vorstandsmitglieder und einige Ehrenamtliche leisten den Großteil der Arbeiten; daher freuen wir uns über naturinteressierte Menschen jeden Alters, die sich uns anschließen.

 

Vorschau auf 2019

Info-Abende

Freitag, 08.02.2019 Digitaler Bildervortrag über „Rundfahrt durch Albanien“ von Stefan Frey

Freitag, 15.03.2019 Digitaler Bildervortrag über „Blühende Gärten - naturnahes Gärtnern leicht gemacht“ vom NABU Landesverband

 

Exkursionen

Sonntag, 24.03.2019 Vogelkundliche Exkursion „Spechte und frühe Sänger“ Hinterer See Aglasterhausen mit Harald Bott

Sonntag, 07.04.2019 Vogelkundliche Exkursion in Waghäusel mit Harald Bott

Sonntag, 05.05.2019 Vogelkundliche Exkursion im Kirstätter Tal mit Harald Bott

Samstag, 18.05.2019 Orchideenwanderung im Taubertal mit Hans Hoffmann und anschließendem Mittagessen

Samstag, 07.09.2019 Vogelkundliche Exkursion NSG „Der Spieß“ bei Rheindürkheim mit Harald Bott und anschließendem Mittagessen

 

Arbeitseinsätze

Samstag, 09.02.2019 Nistkastenreinigung

 

 

Vogel des Jahres 2019 ist die Feldlerche (Alauda arvensis) und gehört zu den Sperlingsvögeln. Sie brütet im offenen Gelände und ist häufig auf Äckern, Wiesen und Weiden anzutreffen. Die Lerche singt in anhaltenden Strophen im Flug und ist dadurch leicht zu erkennen. Die Feldlerche ist durch unsere moderne, hoch intensivierte Landwirtschaft direkt betroffen und daher in ihrem Bestand sehr stark gefährdet.

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